7. IB-Woche – Thinkers – 10/09

Thinkers

“Wir nutzen unser kritisches und kreatives Denken, um komplexe Probleme zu analysieren und verantwortungsbewusst zu lösen. Proaktiv treffen wir ethisch und rational begründete Entscheidungen.”

«Je pense, donc je suis.» – «Ich denke, also bin ich.»  –  Descartes

Dadurch, dass ich denke, bin ich mir meiner selbst bewusst. So sieht es Descartes, für ihn war dies der Beweis, dass wir wirklich existieren, also die Welt real ist und „uns nicht träumen“. Für viele Philosophen ist es das Denken, das Reflektieren, das was uns von den Tieren unterscheidet. Nur der Mensch kann denken.

Es gibt allerdings viele Arten des Denkens und man kann sich vieles unter „Denken“ vorstellen: Lange Zeit waren Schule und Bildung einseitig auf ein bestimmtes Denken ausgerichtet; es war ein Denken, das ein Auswendiglernen und Abrufen von Denksequenzen zur Lösung von klar beschriebenen Problemen war – ein algorithmisches und mechanisches Denken – Denken als ein von einer Autorität vorgegebenes Werkzeug.

Heute wollen Schulen das kritische Denken fördern, dabei geht es nicht um das Kritisieren, sondern um das produktive, ganzheitliche und hinterfragende Denken, also das systemische Denken um wirkliche Probleme zum Wohle aller zu lösen – Denken als eine selbstständige zentrale Tätigkeit eines autonomen Menschen, das die Probleme und deren Lösungswege eigenständig definiert.

Viele aktionistische „Tatmenschen“ setzen Denken mit unproduktivem „Grübeln“ gleich. An der Schweizerschule Curitiba verstehen wir das Denken als eine Voraussetzung für das Handeln und sehen ein, dass Lernen nur möglich ist, wenn Denken und Handeln einander abwechseln und sich gegenseitig befruchten. Jede Initiative soll durchdacht sein; jedes Denken soll initiativ sein.

Die Zukunft fordert von Ihren Kindern als moderne Leader, dass sie strategische Denker sind. Dass sie vor wichtigen Entscheidungen die nötigen Informationen recherchieren und kritisch hinterfragen können.

Wichtige Entscheidungen sind meist schwierig und hart, weil die Entscheidungsträger viele Faktoren und Eventualitäten berücksichtigen müssen. Wichtige Entscheidungen sind komplex, weil die Entscheidungsträger viele Szenarien erahnen müssen, und sie sind hart, weil sie innert nützlicher Frist gefällt werden müssen und oft auch das persönliche Leben von Menschen beeinflussen. Kritisches Denken dient dazu, ganzheitliche, rationale und verantwortungsvolle Entscheidungen zu fällen und diese nachher auch vertreten zu können.

 

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