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Die Herausforderung, ein Schuljahr in einer internationalen Schule zu planen

Die Wiedereinschreibungen für 2019 laufen auf Hochtouren. Da taucht folgende Frage auf: wie läuft überhaupt die Planung eines neuen Schuljahres? Als Erstes muss das neue Jahr finanziell geplant werden, um die Werte des Schulgeldes bekannt zu geben. Das ist eine recht komplexe Aufgabe, die viele Einzelheiten in Betracht ziehen muss. Es ist notwendig, die Anzahl […]


In 27 von September von 2018

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Die Wiedereinschreibungen für 2019 laufen auf Hochtouren. Da taucht folgende Frage auf: wie läuft überhaupt die Planung eines neuen Schuljahres?

Als Erstes muss das neue Jahr finanziell geplant werden, um die Werte des Schulgeldes bekannt zu geben. Das ist eine recht komplexe Aufgabe, die viele Einzelheiten in Betracht ziehen muss. Es ist notwendig, die Anzahl der Schüler für das nächste Schuljahr zu schätzen, zudem müssen noch andere wichtige Punkte überlegt werden, wie zum Beispiel: Gibt es viele Familien, die die Stadt oder sogar das Land verlassen? Werden wir Lehrpersonen finden, welche die gewünschte Ausbildung, die Sprachkenntnisse und Kompetenzen besitzen. Wird die Nachfrage der Eltern so gross wie in den letzten Jahren sein? Werden wir allen Geschwisterkindern einen Platz zur Verfügung stellen können? Ist es erforderlich, neue Klassen einzurichten? Haben wir die notwendige Infrastruktur für diesen Schritt? Eine zusätzliche Klasse heute bedeuten zwei im nächsten Jahr und so erhöht sich die Zahl der Klassen fortlaufend.

In diesem Zusammenhang muss auch der Schulkalender vorbereitet werden. Auf welchen Wochentag fallen die Feiertage? Zu welchen Terminen können Fortbildungen für die Mitarbeiter eingeplant werden? Und die Ferien? Alles muss passen, der aktuellen Gesetzgebung und so gut wie möglich den Bedürfnissen der Eltern, Schüler und Angestellten der Schule entsprechen. Und dann noch der Stundenplan der Lehrpersonen:  der Sprachunterricht muss je nach Niveau der Gruppen zusammengestellt werden, sie müssen mit verschiedenen Lehrpersonen zur selben Zeit organisiert werden und Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Ausserdem wird dafür Sorge getragen, dass die Verteilung der Unterrichtsstunden die Schüler nicht überfordert.

An unserer Schule gibt es noch einige Besonderheiten. Aufgrund der voraussichtlichen Schülerzahlen müssen die importierten Bücher bestellt werden. Das kann nicht erst am Ende des Jahres erfolgen, da es sich um einen langwierigen Prozess handelt und die Schüler das Material Anfang des Schuljahres benötigen. Anstellungen und Vertretungen von Schweizer Lehrpersonen nimmt ebenso viel Zeit in Anspruch und wird bei der Planung mit in Betracht gezogen.

Genau in dieser Zeit der Planung beginnen auch die Wieder- und Neueinschreibungen der Schüler. Das bietet eine Gelegenheit, die neuen Familien kennen zu lernen und die Mitglieder der Familien zu treffen, die bereits zur Schulgemeinde gehören.

Auf diese Weise ist das 2. Semester recht bewegt. Und so lebhaft geht es dann auch im Januar weiter: die Klassenräume müssen vorbereitet, Schulmaterial gekauft, die Schlüssel der Schulschränke organisiert, Schülerausweise bestellt und registriert werden. Das Schulsystem muss vorbereitet sein, um Noten und Absenzen ins Klassenbuch, den monatlichen Umsatz, die Lohnabrechnung der Angestellten und sonstige gesetzliche Verpflichtungen eintragen zu können. Das Drehkreuzsystem muss die Informationen der neuen Schüler und anderer damit in Verbindung stehende Aktivitäten enthalten. Und dann kehren die Lehrpersonen nach Beendigung der Ferien zur Teilnahme an den pädagogischen Planungstagen und internen Fortbildungen zurück. Endlich ist es soweit, der 1. Schultag erfüllt die Flure mit Leben.

Die Arbeit in der Verwaltung einer internationalen Schule wie der Schweizerschule Curitiba ist sehr dynamisch. In jedem Jahr läuft es anders, trotzdem gibt es eine gewisse Schulroutine. Wir geniessen die internationale Atmosphäre, die wir mit den Familien teilen. Die Lehrerschaft und auch alle anderen Angestellten lernen jeden Tag etwas dazu.