Schweizerschulen in Brasilien

Zurzeit existieren weltweit 18 von der Schweizer Regierung anerkannte Schweizerschulen, davon zwei in Brasilien. Eine in Sao Paulo und eine in Curitiba.

Die ersten Schweizerschulen wurden in Italien von Eltern gegründet, die ihren Kindern im katholischen Italien eine protestantische Erziehung und Bildung zukommen lassen wollten. Eine weitere Gruppe von Schulen wurde in den 1930er Jahren gegründet, als an vielen Deutschen Schulen im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung unterrichtet wurde. In der Gründungsphase, die in der 1960er Jahren begann, wurden die brasilianischen Schweizerschulen gegründet.

Dabei handelte es sich jeweils um Schulgründungen der ansässigen Schweizerkolonien zusammen mit Schweizer Firmen, wie «BBC» (heute «ABB»), «Nestlé», «Ciba-Geigy», «Sandoz» (beide heute «Novartis»), «Sulzer» oder «Eternit». Für diese Firmen arbeiteten damals viele Schweizer Manager und Ingenieure mit zeitlich befristeten Verträgen. Den Kindern dieser sogenannten «Kontraktschweizer» sollten eine Schweizer Schulbildung und die Reintegration in das Schweizer Schulsystem nach ihrer Rückkehr in die Schweiz garantiert werden.

Dabei ging es den Eltern immer um die Vermittlung der in der Schweiz verbreiteten ganzheitlichen Erziehung, der Erziehung zur Mündigkeit und Selbstständigkeit, der Demokratieerziehung dank handlungsorientiertem Unterricht und um die Unabhängigkeit der Bildung von Herkunft, politischer Meinung, Geschlecht unter Einbezug aller Mitglieder der Schulgemeinschaft und mit hoher Unterrichtsqualität und hohem Professionalismus.

1963 wurde mit der Escola Suiço-Brasileiro in Rio de Janeiro die erste Schweizerschule in Brasilien gegründet. Das erste Schulgebäude war ein Privatgebäude mit einem grossen Garten, was alles schnell zu klein wurde. Die Schule hat mittlerweile mehrere Male ihren Standort gewechselt und auch ihre Zugehörigkeit; mittlerweile ist die Escola Suiço-Brasileiro in Rio eine Schule der privaten Unternehmung Swiss International Schools. Im Jahr 2011 wurde auch eine SIS Schule in Brasilia eröffnet: Die «SIS Brasilia».

Mit der Escola Suiço-Brasileiro de Sao Paulo wurde 1966 eine weitere Schweizer Schule gegründet. Sie gilt bis heute als eine der am besten ausgestatteten Schweizerschulen weltweit. Sie wurde direkt an ihrem heutigen Standort in einem ruhigen und grünen Wohngebiet der oberen Mittelklasse im Stadtteil Alto da Boa Vista gegründet.

Mit dem Colégio Suiço-Brasileiro wurde 1980 mitten in der südbrasilianischen Metropole Curitiba eine weitere Schweizer Schule gegründet. Entscheidend für die Gründung der Schule war das damalige Staudammbauprojekt in Itaipu, das zu einer Intensivierung der Industrialisierung von Curitiba führte und auch etliche Schweizer Unternehmen mit sogenannten «Kontraktschweizern» anzog. Die Schule befindet sich heute in grüner und ruhiger Lage in Pinhais, einem Vorort von Curitiba und ist eine der wenigen internationalen Schulen Curitibas.

Die Schweizerschulen in Sao Paulo und Curitiba verstehen sich als kulturelle Begegnungsschulen. Die Schulen wollen die Stärken der Schweiz mit den Stärken Brasiliens verbinden und so die Ausbildung von mündigen Bürgern für eine globalisierte Welt gewährleisten.

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