Wirtschaftswochen

Die Wirtschaftswochen sind ein wirtschaftspädagogisches Programm, das an Gymnasien in der Schweiz und Schweizerschulen im Ausland durchgeführt wird. Dabei führen Fachlehrpersonen, die alle über langjährige praktische Erfahrung in der Geschäftswelt verfügen, zusammen mit Schülern eine betriebswirtschaftliche Simulation durch. Das Ziel ist, dass die Schüler grundlegende Zusammenhänge und Prozesse einer Unternehmung erkennen und erste betriebswirtschaftliche Erfahrungen sammeln können. Insgesamt stehen dafür über 450 Experten aus der Wirtschaft als Fachlehrpersonen zur Verfügung. Die Wirtschaftswochen sind ein gemeinsames Projekt der Schweizer Ernst Schmidheiny Stiftung, der Industrie- und Handelskammern und von über 200 Unternehmen in der Schweiz.

Für viele Schüler ist es die einzige Auseinandersetzung während ihrer Schulkarriere mit betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen. Dabei simulieren sie den Vorstand einer Aktiengesellschaft eines monopolistischen Konkurrenzumfeldes. Im Spiel existieren also keine direkten Konkurrenten mit den genau gleichen Produkten. Daher geht die Simulation auch davon aus, dass es unendlich viele Kunden und Lieferanten gibt.

Die Schüler können den Erfolg Ihrer Firma über die Preisbestimmung, über das Marketing, über die Personalpolitik, über Vision und Mission, über Ressourcenallokation, über Expansionsstrategie und mithilfe von einfachen Finanzinstrumenten steuern.

Pädagogische Ziele sind nicht nur der Erwerb von betriebswirtschaftlichem Grundwissen, sondern auch die Förderung der allgemeinen Handlungskompetenz. Während der Wirtschaftswoche werden die Schüler zwar von Experten angeleitet, sie arbeiten jedoch in den Gruppen sehr autonom und fördern dadurch ihre Selbstkompetenzen und ihre kognitiven Kompetenzen. Ausserdem fördern die Schüler ihre Sozialkompetenzen, da sie in einem zufällig zusammengestellten Team zusammenarbeiten müssen. Bei der Lösung der komplexen Probleme der Aufgabenstellung bauen sie auch ihre methodischen Schlüsselkompetenzen aus. Nicht zuletzt fördern sie ihre Sprachkompetenzen, denn die Präsentation anlässlich der simulierten Generalversammlung wird in einer Sprache gehalten, die für die Schüler an Auslandsschulen meist eine Fremdsprache ist, nämlich entweder auf Englisch, Deutsch oder Französisch.

Die Wirtschaftswoche ist schliesslich auch ein Projekt des handlungsorientierten ganzheitlichen Lernens. Ihre Kreativität können die Schüler zum Beispiel bei der Produktion von Werbefilmen oder dem Definieren von Werbestrategien unter Beweis stellen.

Die beiden Schweizerschulen in Brasilien können die Wirtschaftswochen dank der grossartigen Unterstützung der Ernst Schmidheiny Stiftung jedes Jahr durchführen. Dieses Jahr wurde die Wirtschaftswoche der beiden Schulen in Curitiba durchgeführt.

 

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